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SOKO Zukunft Politik

021 Politik, Wirtschaft

Mehr Selbstverantwortung

Aktuell erlebt die Welt wieder eine Phase, in der Versäumnisse der Vergangenheit die globale politische und wirtschaftliche Situation stark negativ beeinflussen. Doch warum trifft uns das in dem Ausmaß, wie wir es derzeit erleben? Dabei geht es nicht darum, beispielsweise den Ukraine-Krieg, die Bedrohung durch Donald Trumps Machtphantasien oder den Kampf um Lieferketten nicht frühzeitig verhindert zu haben.

Es wäre darum gegangen, rechtzeitig gegen die negativen Folgen aus derartigen Ereignissen gewappnet zu sein. Das aber sind wieder einmal die wenigsten Nationen, Branchen, Unternehmen etc. Dabei waren die aktuellen Risiken schon lange abschätzbar, und präventive Lösungen lagen auf dem Tisch. Lediglich umgesetzt wurden die wenigsten der empfohlenen Maßnahmen. Resilienz ist dabei das Zauberwort, das in politischen und wirtschaftlichen Führungskreisen zwar beschworen, jedoch nur sporadisch angewandt wird. Denn Widerstandsfähigkeit gegen kritische Entwicklungen kostet Geld. Kapital, das in den Businessplänen von Unternehmen und Regierungen meist anderweitig verplant ist.

Resilienz bedeutet jedoch nicht nur, bestehende Strukturen abzusichern. Es bedeutet auch, alternative bzw. substitutive Systeme, Routinen, Abläufe oder Leistungsformate zu etablieren, um sie im Krisenfall abrufen zu können. Und auch loszulassen, wenn aus der Zeit gefallene Strukturen, Branchen und Unternehmen den Weg in eine krisenresistente Zukunft nicht mehr mitgehen können.

  • Ab wann werden Regierungen ihre Zukunftsbudgets auch zukunftsfähigen Branchen und nicht der Rettung nostalgiegetriebener Geschäftsfelder widmen?
  • Wann werden Vorsätze wie „Autonomie“, „Resilienz“ und „Zukunftsfitness“ nicht nur angekündigt, sondern auch konsequent umgesetzt?
  • Wann wird sich endlich die Erkenntnis durchsetzen, dass die Fähigkeit, in disruptiven Zeiten – nicht nur in guten – handlungsfähig zu sein, der entscheidende Schlüssel für langfristigen Markterfolg ist?

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