023 Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft, Politik
Selbstversorgungsgrad
Aktuell ist Autonomie, auch als Folge des Iran-Krieges, wieder in den Fokus einzelner Staaten und Unternehmen gerückt. Dabei dreht sich die Diskussion vor allem um Rohstoffe, Energie, Digitales und Sicherheitstechnologien. Etwas in den Hintergrund geraten, jedoch langfristig nicht minder entscheidend, ist die Frage nach der Selbstversorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Lösungen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels.
So haben sich beispielsweise in den letzten Jahrzehnten die Ernährungsgewohnheiten der Menschen hierzulande grundlegend gewandelt. Einerseits ist die Nachfrage nach billigen und trendigen Produkten aus dem Ausland gestiegen – Lebensmittel, die im Krisenfall durch nationale Lieferketten nicht 1 zu 1 ersetzt werden könnten. Andererseits werden noch immer zu viele Lebensmittel in Deutschland oder Österreich weggeworfen. Zudem fördert die EU noch immer Massen- statt bedarfsorientierte Produktion. Auch gibt es kaum Strategien gegen Engpässe bei wichtigen Produktionsfaktoren wie zum Beispiel bei Düngemitteln, Arbeitskräften oder Wasser. Und es fehlt an Bereitschaft aller Anspruchsgruppen in Europa, sich so weit zu koordinieren, dass in „guten Zeiten“ alle ein Auskommen haben, damit in „schlechten Zeiten“ alle versorgt werden können.
- Wie weit können Staaten langfristig für die Grundversorgung der Bevölkerung im Krisenfall vorsorgen – sowohl durch Lenkung der nationalen Wirtschaft als auch durch Bevorratung und strategische Partnerschaften?
- In welchen Bereichen müssen die Staaten bzw. die EU und einzelne Unternehmen die Folgen des Klimawandels schon heute antizipieren – etwa in der Land- oder Wasserwirtschaft?
- Welche Produkte und Leistungen sind im Krisenfall von nationaler Bedeutung und damit staatlich zu regulieren, und welche können den freien Märkten überlassen werden?
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