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SOKO Zukunft Wirtschaft

010 Wirtschaft, Politik

Transformationsdilemma

Eine Transformation steht für den fundamentalen Wandel eines Systems oder einer Organisation. Sie wirkt im Gegensatz zu einer „Anpassung“ radikal. In den meisten Fällen geschehen Transformationen gewollt, für die Betroffenen verträglich und daher über einen längeren Zeitraum gestreckt. Aktuell jedoch befindet sich die ganze Welt im Umbruch. Sowohl in positivem als auch negativem Sinne. Und zwar derart rasant, dass nur wenig Zeit bleibt, um sich als Gesellschaft, Unternehmen oder Person darauf einzustellen.

Dabei geschehen die wenigsten der radikalen Umbrüche, die es zurzeit zu meistern gilt, unerwartet. Künstliche Intelligenz, der demografische Wandel, US-Präsident Trumps oder Chinas restriktive Handelspolitik, der Klimawandel, die Erosion der Europäischen Idee u. v. m. sind seit langem bekannte Risiken. Reale Bedrohungen, gegen die sich zu wappnen bislang jedoch verabsäumt wurde. Und zwar auf allen Ebenen der Gesellschaft inklusive der Wirtschaft. Jetzt stehen wir vor dem Dilemma, vertagte Transformationen schnell in die Wege leiten zu müssen. Zumindest dann, wenn wir selbst bestimmen wollen, wohin die Reise geht. Tun wir es hingegen nicht oder zu zögerlich, tun es andere für uns. Donald Trump, Elon Musk oder Xi Jinping zum Beispiel.

  • Welche Branchen bzw. Unternehmen schaffen eigeninitiativ den transformativen Sprung in die Zukunft und welche nicht?
  • Wie lange noch bleibt die heimische Wirtschafts- und Standortpolitik rückwärtsgewandt, beharrend und innovationsscheu?
  • Wie sieht zukunftsorientierte Standortpolitik aus?
  • Welche Branchen bzw. Unternehmen werden vom Markt verschwinden bzw. aus Deutschland oder Österreich abwandern (müssen), um zu überleben?
  • Gibt es heute noch Unternehmen, die „too big to fail“ sind, um sie um jeden Preis zu retten?
  • Welches sind die Alternativen zu „Old School“-Geschäftsmodellen, und was braucht es, um sie rasch in die jeweiligen Märkte zu integrieren?

Lesetipps

ZWEITE MEINUNG »
Die fragile Welt von heute als Basis einer visionsorientierten Zukunftsplanung | 2. Auflage | Autor und Verlag: Gerd Sendlhofer, MBA | Salzburg, 2026

Erläuterungen

Disruptive Innovation stört bestehende Systeme und zwingt sie zu Anpassungen. Radikale Innovation zerstört Bestehendes und schafft grundlegend Neues. Sie initiiert eine Transformation. Darauf baut im weitesten Sinne auch die Theorie der „Schöpferischen Zerstörung“ des österreichischen Wirtschaftswissenschaftlers Joseph Schumpeter auf. Dabei entsteht erst durch die Verdrängung von Bestehendem Raum für Innovation und Fortschritt