017 Wirtschaft | Prognose-Challenge 1. Quartal 2026
Jetzt ist Ihr Gespür gefragt
Die Medien sind voll von Prognosen zu laufenden Entwicklungen weltweit bzw. in Europa, Deutschland oder Österreich. Nur was denken Sie? Teilen Sie die aktuelle Mainstream-Meinung oder sehen Sie andere Zukünfte als die Politik, die Unternehmen oder die Wissenschaft? Egal, mit welchen Ausblicken Sie für Ihre Zukunft planen, teilen Sie bitte Ihre Einschätzungen mit der SOKO Zukunft und gewinnen Sie ein nettes Abendessen inklusive angeregtem Austausch mit mir.
Annahmeschluss: 31.3.2026
Thema ist die
Wirtschaftsentwicklung 2026 in Deutschland bzw. Österreich.
Faktencheck: Laut WIFO-Prognose wird Österreichs Wirtschaft (BIP) gegenüber 2025 nur moderat (~ 1,0 %) wachsen. Auch für Deutschland erwartet die Bundesregierung ein moderates Wachstum von ~ 1,0 % gegenüber dem Vorjahr (Stand 2/2026). Mittlerweile wurden jedoch erste Anzeichen einer möglichen stärkeren Erholung der Wirtschaft in beiden Ländern ausgemacht, wodurch auch ein höheres Wachstum nicht mehr ausgeschlossen ist. Prognosehorizont ist der 31.12.2026!
Ausgangshypothese
Wir schreiben den Dezember 2026. Die EU hat allen ökonomischen und demokratiepolitischen Zersetzungsbemühungen standgehalten. Die amerikanischen Midtermwahlen sind geschlagen und haben entgegen vielfacher Hoffnung wenig am Auseinanderdriften der Weltgemeinschaft geändert. Der Ukraine-Konflikt ist an Intensität abgeflaut, jedoch noch immer nicht final gelöst. China überwindet langsam eine giftige Wirtschaftsflaute und drängt vehementer denn je in seine Exportmärkte. Die Weltwirtschaft scheint nachhaltig erholt zu sein. Die Globalisierung hat sich neue Wege erschlossen und der internationale Austausch von Gütern und Leistungen steigt (schrittweise). Auch Deutschland und Österreich haben nach einem jahrelangen Tief wirtschaftlich endlich wieder den Anschluss gefunden – zumindest teilweise.
Die heimische Industrie spürt großteils wieder Aufwind, wenn auch mit Auftrags- und Stimmungsflauten. Der Tourismus hingegen geht weiter durch die Decke. Der (private) Konsum ist erwacht und zumindest die Bevölkerung blickt zunehmend optimistisch in die Zukunft. Der Dienstleistungssektor braucht noch Zeit, um sich an den disruptiven Einfluss von KI zu gewöhnen. An den Börsen geben sich weiterhin Angst und Euphorie die Klinke in die Hand. Jedoch ist ein „KI-Winter“ und damit Börsencrash vorerst ausgesetzt. Hingegen leidet der Arbeitsmarkt weiter. Die Finanzen der öffentlichen Hand bleiben prekär. Vor allem die Schulden ufern weiter aus, ohne rasch Effekte zu erzielen. Die drängenden Fragen zu den Renten bzw. zur Gesundheitsversorgung sind weiter ungelöst. Und die Unternehmen agieren strategisch ähnlich wehleidig und visionslos wie schon seit Jahren.
Meine bewusst provokante Wette auf die Zukunft
Angesichts des vorangegangenen Narrativs liegt meine Wette auf die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und Österreichs auf einem Wachstumspfad weit jenseits der aktuellen Prognosen. Ich plane offensiv und halte es (persönlich) für sehr wahrscheinlich, dass in beiden Ländern 2026 das BIP-Plus zwischen 1,5 % und 2,0 % liegen wird – in einzelnen Branchen sogar darüber. Diese Wette ist übrigens nicht wissenschaftlich hergeleitet, sondern einfach aus dem Bauch heraus platziert. Und sie ist der Hypothese geschuldet, dass die Unternehmen endlich aus ihrer Lethargie erwachen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen!
Achtung: Diese, meine Erzählung ist nur eine mögliche Sicht der Dinge. Was aber ist Ihre?
PS: Auf eine*n (zufällig ausgewählte*n) Teilnehmer*in an dieser Prognose-Challenge wartet ein gemeinsames Abendessen. Der Rechtsweg ist dabei ausgeschlossen.
Zwischenstand per 31.3.2026
Es sieht nicht gut aus für meine gezielt provokante Wette vom Beginn dieses Jahres auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum 2026 als prognostiziert. Im Gegenteil: Aktuell (per 31. 3. 2026) sind die Aussichten auf eine rasche Erholung der globalen bzw. europäischen Wirtschaft eher gering. Donald Trump – besser gesagt: die Iranischen Revolutionsgarden – haben kühneren Vorhersagen für einen nennenswerten ökonomischen Aufschwung vorerst eine Absage erteilt.
Fakt ist: Die Chance, für 2026 ein nennenswertes Wirtschaftswachstum in Deutschland und Österreich zu erreichen, ist aus heutiger Sicht eher gering!
Wobei: Hätten die USA ihren Krieg rasch zu Ende gebracht, der Rest der Welt hätte wenig davon zu spüren bekommen. Die fatale Fehleinschätzung der militärischen Möglichkeiten seitens der US-Regierung bringt die Wirtschaft jedoch weltweit in größte Nöte. Aktuell sorgen Versorgungslücken mit Erdöl und Erdgas für Gedränge und steigende Preise auf den Weltmärkten. Diese erhöhen über lange Wirkungsketten in (fast) alle Branchen hinein die Inflationsgefahr und führen zu Versorgungsengpässen und Unsicherheiten auf den Märkten. Expert*innen rechnen zudem damit, dass eine Entspannung der Lage selbst bei rascher Lösung des Iran-Konflikts lange dauern wird. Das bremst auch in Deutschland und Österreich die Investitionslust der Unternehmen und die Konsumlaune der Bevölkerung.
Aus diesem Grund wurden Ende März die Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute radikal zurückgeschraubt. Dabei standen die Zeichen für einen nennenswerten Aufschwung 2026 noch Anfang des Jahres auf „Go“. Die Stimmung bei den Unternehmen bzw. den Konsument*innen schien sich endlich aufzuhellen, die Auftragsbücher füllten sich, und erste Produktivitätseffekte durch KI & Co. standen unmittelbar bevor. Selbst heute noch, wo die Iran-Krise voll durchschlägt, attestieren Expert*innen den Unternehmen die Bereitschaft und Fähigkeit, nach langer Durststrecke endlich durchzustarten. Ob das jedoch noch 2026 zu einer ökonomischen Aufholjagd führt, steht in den Sternen.
Publikumsreaktionen
Achtung: Nicht repräsentativ! Die SOKO-Zukunft-Leser*innen folgen mit ihren abgegebenen Wetten auf die Zukunft eher der ursprünglich moderaten und später nach unten revidierten Prognose der Wirtschaftsforschung für das BIP-Wachstum 2026 – auch für die eigene Branche. Jedoch mit der Ansage, selbst weiter in die Zukunft des eigenen Unternehmens bzw. der eigenen Branche investieren zu wollen. Grund dafür ist die Erwartung, dass es weiter möglich bleibt, den stotternden Wirtschaftsmotor in Deutschland und Österreich kurzfristig wieder anzukurbeln. Ob es jedoch reichen wird, um noch heuer die bereits mehrjährige Wirtschaftsflaute zu überwinden, wagt niemand vorherzusagen.