019 Wirtschaft, Politik, Weltgeschehen, Digitales
Rüstungsdeals
Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 ist allen bewusst, dass Auf- und nicht Abrüstung ein geopolitisch geltendes Gebot der Stunde ist. Seit dieser Zeit steigt die Produktion von Rüstungsgütern kontinuierlich an. Ebenso zählen die Erneuerung veralteter Waffenbestände und Investitionen in neue Kriegstechnologien zu den aussichtsreichen Renditeversprechen der Gegenwart. Darüber hinaus rücken die Kriege und Konflikte der Zukunft weitere Geschäftsmodelle in den Fokus von Wirtschaft und Finanzwelt.
So ist ein großer Teil der Investitionen in künstliche Intelligenz für das optimierte Führen bewaffneter Auseinandersetzungen reserviert. Zudem werden weltweit Militärbestände aktuell wieder bzw. weiter ausgebaut und bislang branchenfremde Industrien in die gewinnträchtige Produktion von Kriegsgerät eingebunden. Waffen und Munition haben sich vom Abschreckungs- zum Verbrauchsgut gewandelt, das massenweise ersetzt und in erhöhtem Ausmaß bevorratet werden muss.
Auch abseits realer Kampfhandlungen birgt die militärisch zunehmend unsichere Lage ein riesiges Potenzial an Umsatz- und Gewinnchancen. In diesem Zusammenhang sprechen wir von Spekulationsgewinnen an den Börsen dieser Welt, von erhöhten Steuereinnahmen und Zusatzerträgen durch krisenbedingte Preisanstiege oder von steigender Nachfrage am Markt für finanzielle oder physische Sicherheiten. Aber auch von Gegenleistungen für Sicherheitsdienste auf nationaler Ebene, wie US-Präsident Donald Trump sich seine Unterstützung durch Rohstoffdeals bezahlen lassen möchte. Und nicht zuletzt vom Geschäft mit dem Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur, auf das beispielsweise viele deutsche und österreichische Unternehmen seit Ausbruch des Ukrainekriegs ein Auge geworfen haben.
Ich persönlich präferiere zwar Diplomatie als politisches Instrument zur Erhaltung einer andauernden friedlichen Koexistenz der Völker. Dieser Wunsch steht zurzeit jedoch in starkem Widerspruch zur aktuellen Praxis gewaltbereiter Regierungen und jener Wirtschaftszweige, die ihren Erfolg im Umfeld kriegerischer Auseinandersetzungen suchen.
- Wie weit kann/wird die aktuell schwächelnde deutsche und österreichische Wirtschaft vom Rüstungsboom, den Kriegen selbst und deren Folgen profitieren?
- Welche politischen Rahmenbedingungen braucht es, um von einer Kriegs- wieder zu einer Friedenswirtschaft zurückzukehren?
- Welche Branchen werden die Gewinner*innen dieser Friedenswirtschaft sein?
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