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SOKO Zukunft Wirtschaft

024 Wirtschaft, Politik

Krisenmodus

Aktuell zeigt der Iran-Krieg, wie ungesund eng verzahnt die globale Wirtschaft noch immer ist. Und wie sehr internationale Krisen bis tief in die Lebens- und Schaffensbereiche der Menschen und Unternehmen auch hierzulande wirken. Dass dabei jedoch die drohende Inflation aufgrund einer Verknappung fossiler Energieträger als einzige Ursache einer wirtschaftlichen Negativspirale dargestellt wird, greift zu kurz.

Erstens, weil nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre die Bemühungen um Resilienz gegen derartige Krisen längst Früchte tragen sollten. Immerhin kommt die derzeitige Gemengelage auf den Weltmärkten nicht unerwartet. Deshalb sollte die Entflechtung kritischer Lieferketten und die Abkehr von fossiler Energie als Hebel der heimischen Politik und Wirtschaft langsam Wirkung zeigen. Und zweitens, weil Unternehmen und Bevölkerung es selbst in der Hand hätten, aktiv den Folgen sich anbahnender neuer ökonomischer Herausforderungen auszuweichen. Beispielsweise durch den Ersatz fossiler Technologien und Angebote durch erneuerbare oder durch den Verzicht auf sich verteuernde Produkte und Leistungen bzw. durch mehr, statt weniger Konsum, vor allem von regionalen Produkten über ökologisch unbedenkliche Lieferketten.

  • Waren die Autonomie- und Resilienz-Bemühungen der heimischen Politik und Wirtschaft ausreichend, um zumindest künftig gegen globale Krisen gewappnet zu sein?
  • Erlebt „Vor Ort“ eine Renaissance in der heimischen Konsumlandschaft – auch dann, wenn höhere Erzeugungspreise den inflationsgetriebenen Importpreisen einzelner Güter gegenüberstehen?
  • Sind die deutsche und österreichische Wirtschaft für die kommenden, absehbaren Krisen gerüstet?
    So lassen sich beispielsweise die Folgen eines möglichen Super-El-Niño 2026/27 für die globale Wirtschaft durchaus mit jenen des Iran-Krieges vergleichen: Verknappung, Inflation, Wettbewerb und Destabilisierung.